Aufgrund des bereits im Spätsommer vorgestellten Titeltracks konnte man schon leicht ins Staunen geraten. War die siebenköpfige australische Band mit dem enormen Output doch in den vergangenen drei Jahren vor allem mit breitbeinigen Fuzz- und Garage-Experimenten aufgefallen, überwiegt auf „Paper Mâché Dream Ballon“ leichtfüßiger, nostalgisch angehauchter Sunshine-Pop.

Musikhistorische Bezüge lassen sich bei King Gizzard & The Lizard Wizard ja bereits seit Beginn finden. Bemerkenswert ist hierbei, dass sich die Gruppe aus Melbourne erst seit drei Jahren darum verdingt, so eine Art Gegenentwurf zu den amerikanischen Vorreitern vom Schlage eines Ty Segall oder Jay Reatard zu sein. Verfolgten sie dabei auf ihren vorherigen Alben vorzugsweise druckvollere Spielarten psychedelischer Klangwucht, lassen sie hier die verzerrten Gitarren und den deutlichen Reverbanteil komplett in den Hintergrund verschwinden und nähern sich den sonnendurchwirkten Folk- und Surfmelodien der Byrds und Beach Boys.

Es tummeln sich allerhand Instrumente auf „Paper Mâché Dream Balloon“, vor allem Holzbläser verschaffen den in der Regel nicht länger als drei Minuten dauernden Miniaturen ein wärmendes Grundgerüst. Dieses zieht sich vom sanft dahinschleichenden „Sense“ in der Eröffnung bis hin zum alles instrumental verknüpfenden „Paper Mâché“ wie ein roter Faden durch das Album. Dazu lassen King Gizzard & The Lizard Wizard einen leichten West-Coast-Sound wie einen Sommerwind wehen, die schmeichelnde Flöte in „Bone“ flattert wie ein kunterbunter Schmetterling vorbei und der sanfte Harmoniegesang durchzieht nicht nur das filigran orchestrierte „Dirt“ mit glänzenden Sonnenfäden.

Spektakulär ist das nie, aber immer angenehm und zuweilen gar ein wenig überraschend – wie wenn im Titelsong das Tempo leicht angezogen wird und sich der besungene Ballon mühelos in den regenbogenbestirnten Abendhimmel zu schwingen scheint. Auch das schräge „Trapdoor“ fällt ein wenig aus dem Rahmen, nimmt es das Tempo des Vorgängers auf und verwandelt die Szenerie von der Sommerwiese in ein leicht mysteriöses Zauberland. Allenthalben variieren die Australier ihren nostalgischen Sound, zumeist nur im Kleinen, doch gönnen sie „The Bitter Boogie“ eine knarzige Honky-Tonk-Begleitung und lassen den längsten Song zu einem Herzstück auf „Paper Mâché Dream Balloon“ werden.

Das siebte Album der Australier entfernt sich deutlich von den bisherigen Klängen und schafft so einen kurzweiligen Ausflug in die 60er- und 70er-Jahre. Nur gut über 30 Minuten lang, überzeugt „Paper Mâche Dream Ballon“ vor allem mit seiner heiteren Leichtigkeit, seiner Spielfreude und beschwingten Melodien. Kein Werk für die Ewigkeit, das scheint sicher, aber ein feines, kleines Werk, um den Winter ein wenig wärmer zu machen.

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