Bands wie Title Fight und The Hotelier mögen in letzter Zeit schon eine bemerkenswerte Evolution von ihren pop-punkigen Anfängen gen Post-Hardcore oder gar Shoegaze hingelegt haben, doch noch kurioser ist das neue Sidekicks-Album: Über ihre Langzeitentwicklung ist die Band aus Cleveland in gänzlich anderem Klanggewand fast genau wieder in der Periode angekommen, in der sie 1997 ihr raues Skater-Debüt gab. Mithilfe einer Zeitmaschine könnte man allerdings ihren jetzigen Schimmergitarren-Indie-Rock über „The Kid Who Broke His Wrist“ oder „Deer“ unbemerkt in die Charts von elbo.ws und Hype Machine anno 2006 zwischen Band Of Horses und The Little Ones schmuggeln, auch die James-Mercer-Hellkehligkeit von Steve Cioleks Stimme hebt Phil Eks Produktion mehr und poppiger denn je hervor. „Runners In The Nerved World“ hätte auch deswegen bestens in die damalige Zeit gepasst, weil sich viele seiner Songs bestens dazu eignen, als umstandslos belebte Nettigkeiten durch eine noch halbwegs überschaubare Musikblog-Landschaft gelinkt zu werden – nur gesammelt ergeben sie mit allzu inkonsequenten Stücken wie „Spinning Seat“ eine etwas geschmälerte Summe.

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