-M-, Toumani & Sidiki DiabatéLamomali
Was Features angeht, wird kaum ein Popsong 2017 das Aufgebot von „Solidarité“ aus Santigold, Hiba Tawaji, Ibrahim Maalouf, Seu Jorge, Nekfeu, Youssou N’Dour, Sanjay Khan und Chacha übertreffen können – und dabei so unbelastet leicht disco-funken. Die vielen Gaststars sind aber nur ein Nebeneffekt davon, dass Toumani Diabaté den französischen Pop-Rocker Matthieu Chedid alias -M- dazu überredete, malische Musiktraditionen in einen modernes Popsound zu überführen. Mit seinem Sohn Sidiki spielt er dafür vor allem die 21-saitige Kora, ob im federleichten House „Manitoumani“, dem traditioneller perkussiven „Le Bonheur“, mit rasenden Fingern über spärlichen Beat-Dopplungen im souligen „Mama“ oder im Dub-Nebel von „Cet Air“, das im Anschluss an die Terroranschläge in Bamako und Paris im November 2015 entstand. Einerseits blickt der Song wehmütig in die weniger sorgenvolle Zeit davor zurück, proklamiert aber auch den gemeinsamen Widerstand, alle vereinend, die sich vom Tanzen und Feiern nicht abschrecken lassen. Dass Freude nicht ohne Schmerz existieren kann, die Liebe zu Mali, Femininität, das Zusammenkommen und -halten über Ländergrenzen und (Musik-)Kulturen hinweg thematisiert das Trio in vereinnahmend sommerlichen Klängen – und schafft daneben auch, wie avisiert, vorzüglichen Pop. Nie mitreißender als bei „L‘Âme Au Mali“ (phonetisch widergespiegelt im Albumtitel), einem frenetischen Uptempo-Rütteln mit Amadou & Mariam und Jain, das seinen Beat zur Mitte hin abdämpft und in einem Meer aus Falsett und Kora badet.


