Blanck MassWorld Eater
Benjamin John Powers Beats agieren typischerweise im großen Rahmen. Ob zusammen mit Andrew Hung als Fuck Buttons, die 2012 sogar die Eröffnungszeremonie der olympischen Spiele untermalten, oder solo über seine ersten beiden Alben als Blanck Mass scheint keine Skala umfassend, um das Potential seiner noisigen Kompositionen endgültig abzustecken. Abermals einen neuen Peak erreicht der Brite auf „World Eater“, das sich von „Rhesus Negative“s ekstatischen Power Electronics bis zur glimmernden Drone-Ambient-Trilogie vorm Albumfinale nur stellenweise zu disparat erstreckt. Am imposantesten sind jene langen Stücke, die kosmisch ausufernde Energien in ein enges Strophe-Refain-artiges Gerüst kanalisieren – keine meditativen Vibes wohlgemerkt, sondern galaktische Urgewalten wie Kometenschauer und Sonnenfeuer. Die Stimmen kurzlebiger Menschen gehen darin selten über zerhackte Silben hinaus, dennoch lässt Powers sie im druckvoll treibenden „Silent Treatment“ oder unter der niedrigen Brodelbassdecke des Klaustrophobie induzierenden „Please“ in ebenso gleißenden Höhen aufblitzen wie seine Synthfunkel. Der Gipfel des lichternen Kontrastspiels ist jedoch „Hive Mind“, das über die raunigen ersten sechs Minuten seines titanisch wuchtenden Bass-Herzschlags nur einen kurzen Ausbruch wagt, bis dieser nach geduldigem Crescendo endgültig in seiner ganzen prachtvollen, höchst emotionalen Überwältigungskraft aufblüht – genug Katharsis für alle.


