Mega BogHappy Together
Mega Bogs eingängiger Gitarrenpop beweist Mut zu Abwegen. Dass das zweites Album von Erin Birgys Band/Projekt kein eintöniger Gang wird, lässt schon das eröffnende „Diznee“ antizipieren, das immer wieder zwischen angespanntem Auf-der-Stelle-Treten, entspanntem Loungen und einem Torkeln kurz vorm eruptiven Ausbruch seiltänzelt. Anstatt von hier aus direkt in den Spoken-Word-Ambient von „Black Rose“ oder „192014“s no-wavig dissonierten Saxophon-Glam zu verzweigen, umschmeicheln zunächst „Marianne“ und „She‘s History“ mit simpel-harmonischer Rockinstrumentierung. In dieser Progression wird methodisch, was wahllos in der Reihenfolge gemischt zu durcheinander wirken könnte und macht es umso genussvoller, zu erfahren, wie Mega Bog dieses Fundament langsam über das ausufernden Tasten- und Bläsergleiten von „T.V. M.A.C.“ demontieren. Dass auf „Happy Together“ insgesamt 13 Leute mehr als doppelt so viele Instrumente spielen, liegt in den unterschiedlichen Klangfacetten und Genesen dieser Songs begründet, mit Hinzunahme von Drum Machine oder Synths setzt die Albummitte sogar noch mehr auf Reduktion. Das kann den Fokus stärker auf die Texte lenken, wo Birgy ihr Erfahren von sexueller Gewalt ausdrückt, noch eindrucksvoller werden sie aber in scheinbar unbeschwerten Songs wie dem Country-beeinflussten „Fwee“. Neben „Blackout“ landet das Album zum Schluss damit fast symmetrisch wieder auf eingängigen Pfaden, macht aber im Rückblick klar, dass diese ohne die Möglichkeit des Querfeldeins längst nicht so begehenswert wären.


