JapandroidsNear To The Wild Heart Of Life
Wenn das Titelstück schon „she kissed me like a chorus“ als Vergleich herbeibemüht, ist klar: Musik ist für Japandroids ein allzeitig präsenter, unausblendbarer Teil ihrer Existenz. Sie führt die beiden Riff-Rocker immer wieder zum monatelangen, nomadischen Leben auf den Straßen zwischen den Konzertorten, das sie auf ihrem dritten Album blumig, aber nur in Maßen rosig zeichnen: Oft evozieren alliterative Tripel wie „of diamonds, dust and drink“ oder „noise, narcotics, and the new york night“ das Nacht- und Kneipenleben in poetischeren Bildern als das eigene körperliche Unwohlbefinden, als müsse man für solche Intensiverfahrungen wenig Geld in der Tasche und körperliches Unwohlbefinden in Kauf nehmen („debts run deep, sleep is minced or marred“). Gelegentlich wird „Near To The Wild Heart Of Life“ dabei platitüdenhaft und flach, mit Wortlosrefrains und auf platten Zeilen wie „I‘ll love you/ if you love me“ endend – überraschender ist hingegen, wie gelungen die Kanadier zwischen Synths und Halbakustischer Tom Petty oder U2 in ihrem Sound anklingen lassen. Selbst wenn Musik ihre Droge ist, ist sie aber nicht das höchste der Gefühle: „No known drink, no known drug/ could ever hold a candle to your love“


