Auf seinem vierten Album bleibt der Folk des Melbourner Quartetts so anmutig wie wankelmütig instabil. „Treehouse“ geht da noch als ein wunderschön gefasster Minimalsong durch, mit hellem Zupfen und Falsett, die herausragen aus einem erdigen Instrumentalbett mit angekokelten, ranzigen Rändern. „Run Run Run“ wird dagegen eigentlich erst gegen Ende sowas wie ein Song. Permanent trottet es in Repetition von Wort und Saitenanschlag entkräftet voran, ohne von der Stelle zu kommen, selbst mit Verdichtung der Flöten und variiertem Gesang gewinnt es mehr an Form denn an lebhaftem Drall. Bestechend gelingt auch in „Ravesh“ die dräuende Klangkulisse um durstig hechelndes Saxophon, Handperkussion und nervöses Gitarrenhibbeln, welche die anschließende Losgelöstheit von „All The Young Men“ umso kathartischer macht. Lange halten die Lichtmomente selten vor: Die leichte Harmonie von „Bondi‘s Dead“, die schönen Flöten und Streicher und vielen dezenten Begleitgeräusche, alles landet bei Lower Plenty früher oder später im Dreck. Das wirkt nicht bis ins Detail durchgeplant, gelingt der Band jedoch zu konsistent, um bloßer Zufall zu sein – so ist zumindest klar, dass sie ihre eigene Unordnung mit Bedacht erschafft.

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