Negative GeminiBody Work
Mehr noch als alle sphärische Euphorie deuten die Bewegungsmuster ihrer Tracks darauf, dass Lindsey French erste prägende Dance-Erfahrungen in den 90er-Jahren hatte: Rave, Hardcore, Trip-Hop, Trance, sogar Big Beat lässt sich als ein Eckpfeiler ihres Debütalbums als Negative Gemini ausmachen. Distinkt werden ihre Stücke jedoch spätestens dann, wenn sie wie in „Infinity“ den Wechsel von einer Soundtopographie in die andere auch ohne Texte als Songwriting nutzt: Ein softer Trance-Flug taucht in eine niedrige Höhle voll tiefer Anschläge, graduell nimmt die Bassintensität und auch die Dichte der führenden Melodie ab, bis wieder ein klimperndes Piano den Ton angibt. Durchgängiger traumhaft sind Vocal-geführte Songs wie „You Never Knew“ und das Prachtfinale „You Only Hate the Ones You Love“, hier wie auch im Breakbeat von „Real Virtual Unison“ wirkt „Body Work“ vor allem als Instrospektion, nicht physisch motivierend – höchstens zu einem leichten, deliriösen Hin- und Herwiegen.


