ScrapsTTNIK

Wer auf analoge Tonträger fixiert ist, steht hier vor einer kuriosen Entscheidung: „TTNIK“, das zweite Album der Lo-Fi-Syntherin Laura Hill, existiert in zwei verschiedenen, nahezu komplett unterschiedlich sequenzierten Versionen. Sogar ein anderes Artwork umhüllt die auf Not Not Fun erschienene Kassettenfassung, für die neben einem zusätzlichen Song auch noch spricht, dass sie leichter und auch günstiger über deutsche Mailorder zu bekommen ist als der sauteure Import des Moontown-Vinyls. Für die Hörerfahrung selbst ist der Unterschied letztlich bemerkenswert gering, so funktioniert das warm-melancholisch dahingleitende „Dreams“ ebenso gut als Eröffnungs- wie als Schlussstück des Albums. Ob Hill wie im 80er-Neon von „Harlequin“ ein Synthbett ausbreitet oder bei „Relate To You“ die Kickdrums ihrer Hardware hervorrückt, immer wieder wartet sie mit feinen Melodien und mitreißenden Hooks auf, über denen ihre nebulöse Stimme dafür ungebunden von Harmonie und Taktmaß umherziehen kann. Dass die Melbournerin am liebsten in ausgedehnten Stücken wie „Baby Baby“ ätherischen Synthpop in clubbigere Sequenzen überführt, führt dann erst recht dazu, dass sich diese fluide Songs bei ihrer Anordnung im Tracklisting so flexibel zeigen.

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