PhantogramThree

Phantograms beatbewusster Pop bewies schon in der Vergangenheit angenehme Langzeitqualitäten. Der cool-gehobene Duktus von „Voices“ verbarg manch raffinierte Melodie, auch nach ausgiebigem Hören lässt sich jedoch weniger unter der abgerundeten Oberfläche von „Three“ finden. Für sein drittes Album arbeitete das Duo erstmals mit anderen Produzenten und Songwritern zusammen – der Effekt scheint in beiden Aspekten kontraproduktiv zu sein. Obwohl die inneren Zerwürfnisse der Texte sich stimmig in Phantograms Licht-und-Schatten-Soundwelt übertragen, ist diese mit einem Übermaß an Effektfrickelei und Stil-Exkursen gepfropft, während es an griffigen Melodien mangelt. Ist „Cruel World“ noch ein lauer Aufguss von Phantograms vertrautem Soul-Sample-Ansatz, trägt die Synth-Powerballade „Destroyer“ Sarah Barthels dünnen Refrain mit überpolierten Multitrack-Vocals dick auf. „Funeral Pyre“, “Answer” und „You’re Mine“ muten mit wuchtigen Drums und sphärisch hallenden Tremolo-Gitarren gar wie Trip-Hop-fokussierte Mogwai an, dafür fügt sich durchaus gelungen die kleine Tropenmelodie (so unoriginell der Sound anno 2016 auch sein mag) in den Prä-Refrain von „You Don’t Get Me High Anymore“. Zusammen mit „Same Old Blues“, das ebenfalls durch den Kontrast perkussiver und textureller Spannungszustände an Kontur gewinnt, bildet der Song eine starke Albumeröffnung, der allerdings bald das Mäandern des gesanglich weniger distinktiven Josh Carter folgt. Zumindest ist „Three“ mit zehn Songs kompakt gehalten, an deren Rand sich auch mal bedachte statt exzessive Details wie die Ruheperiode am Ende von „Barking Dog“ ausmachen lassen.

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