Deap VallyFemejism

Als wäre die Stimmpräsenz von Lindsey Troy noch nicht prägend genug gewesen, drehen Deap Vally auf ihrem zweiten Album auch im Sound die Intensität ihres lebenslustigen Garage-Bluesrock hoch. Troys Gitarre, die nicht selten im Plural mehrspurig fährt, tritt bassig-heavy auf, im Wechsel damit auch breit riffend (Bubble Baby) oder agil gniedelnd, doch auch textlich ist das Duo nicht allein im Haudrauf-Modus. „Smile More“ ist zwar eine recht simple Rock’n’Roll-Proklamation körperlicher Selbstbestimmung („Everybody’s trying to tell me what to do/ makes we wanna break shit and sniff some glue“), doch vermag Troy diese auch mit einem selbstironischen Gedankenstrom-Einwurf aufzulockern („And I’m not ashamed of my sex life (though i wish it were better)“. Dass im Anschluss daran die Arrangements mit dem Unplugged-Klampfer „Critic“ und dem rhythmisch flächigen „Post Funk“ noch an Vielfalt gewinnen, gibt gegen Albumende der Rückkehr zum Dynamischen im harmonisch-deftigen Drahtseilakt „Turn It Off“ und dem walkenden „Teenage Queen“ erneutes Gewicht. Das facettenreiche ist Gewissermaßen ein Mikrokosmos des gesamten Albums zeigt sich in “Two Seat Bike”: Vom inhaltlich ernsten Anliegen, wo Deap Vally das halsbrecherisch schnelle Call-and-Response von „I don’t wanna be in your porn/ don’t wanna be in your movie/ you really wanna get it on/ turn off that camera“ zu Doo-Wop-Surfrock setzen, zum dem Lautspiel im Breakdown mit einem falsettierten „It’s a crime“, das sie mehrfach wiederholen und beim letzten Mal als „It’s a crying shame“ weiterführen. Selbst wenn der Refrain am Ende in einen verbalen Nonsens aus „Shoobydoobydoo“ und „Ramalamadingdong“, behält das Duo seinen Drive und Charakter bei.

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