Kali MutsaMesmer EP
Nachdem Kali Mutsa letztes Jahr schon ihr 2014er-Debütalbum „Souvenance“ über eine Remix-EP an globale Basskulturen annäherte, birst ihr Pop auf „Mesmer“ nur so vor spektakulärer Klangexzentrik in Clubnähe. In ihren Texten greift die Chilenin esoterische Motive aus Mythik, Folklore oder Philosophie auf (den Großen Geist nordamerikanischer Ureinwohner in „Wakan Tanga“, bei „Sanpaku“ einen Glauben an über Augen ablesbare Charaktereigenschaften), mal als Liebesbild im sinnlichen „El Ojo Interno“ oder auch von fataler Intensität bei „Erotomaniac“, in dessen Refran sie nur „Te amo a morir“ („Ich liebe dich zu Tode“) wiederholt. Gar noch fantastischer ist aber der Sound, wo sich Samples aus Lichtschwertern, japanischem Zeichentrick und Bollywoodfilmen in wilde Interpolationen von Cumbia Digital, Synthpop, traditionellem Andenfolk oder modernem Grime mischen. So wendet sich das gerappte „Sanpaku“ von explosiven Cyber-Beats in einen Bhangra-Galopp, während „Wakan Tanga“ mit Marschmusik-Trommeln und -Bläsern einen infernalen Strudel bildet. Relativ entpannt dagegen fließt „La Casa Es Negra“ unter Vintage-Streichern dahin, noch prachtvoller erstreckt sich der Dembow bei „Interstellar“, wo sich Mutsa von jauchzenden Stimmen umzirkelt ganz erhaben gibt, bis sie zum Refrain selbst in jubilanten Ausruf verfällt. Bei all den metaphysischen Energien, die hier angezapft werden, lässt sich dazu leicht ein Dancefloor voller Naturgeister und Fabelwesen in ekstatischem Tanz vorstellen.


