Jagwar MaEvery Now & Then
Dass Jagwar Ma im Energie- und Melodieniveau ihres Debütalbums den Ball eher flachhielten, war kein Genickbruch, vermochten doch Songs wie „Man I Need“ oder „The Throw“ einen lebhaften Reiz aus dem Hin und Her zwischen entbundenem Synthflug und körperlicher Beat-Erdung hervorzukitzeln. Auf dem Nachfolgewerk „Every Now & Then“ vereinen die Australier beide Extreme kompakter zu einem Schimmer-Groove, der sich wie in „Ordinary“ ziemlich monoton und dösig dahinziehen kann. Neben einer stimmlichen und rhythmischen Intensität gehen vielen Stücken zudem die findigen, berauschenden Loops von „Howlin“ ab, so dass ein „Loose Ends“ zwischen Bläser- und Stimmhäppchen im Dunkeln stochert, wo nach gelungenem Anfang auch der überdehnte Siebenminüter „Give Me A Reason“ landet. Himmlisch hingegen streckt Gabriel Winterfield in „Colours Of Paradise“ mit taktlangen Pausen seine Gesangszeilen aus, bis der Song wie auch „Say What You Feel“ fein mit einem tänzelnden Coda entspult. In „Slipping“ zeigt Winterfield schließlich, wieviel bewegender es ist, wenn er – anstatt auf der Stelle zu treten – mit jedem Refrain mehr emotionales Gewicht in seine Intonation legt. Man kann auch zu locker bleiben.


