ClassixxFaraway Reach
Sommerliche Dance-Klänge hatten vor allem durch die Tropical-House-Chartwelle über die letzten beiden Jahre nun wahrlich Hochkonjunktur. Nachdem ihr grandioses 2013er-Debüt ähnliche Vibes schon reichhaltiger vorweggenommen hatte, denken Michael David und Tyler Blake gar nicht daran, mit „Faraway Reach“ nun andere Gefilde anzusteuern – es wäre ihnen vermutlich misslungen. Warme Blubber- und goldige Pluckermelodien, House-Piano und geschmeidiges Synth-Stochern prägen den Disco-Pop, der mit feiner Detaillierung und fundiertem Groove zugleich feinfühlig und intensiv verzaubert. Ihr zweites Album lotet wie in „Ndivile“ zwar mehr Tiefen und nebelige Schwebezustände aus, die Sonne lässt sich aus Classixx‘ Songs aber partout nicht verbannen: Obwohl die VokalistInnen nur die Instrumentals, keine inhaltliche Vorgabe zugesandt bekamen, führen ihre Texte sie fast alle früher oder später dem goldenen Ball entgegen. Sei es Tom Krell im kathartischen „Just Let Go“ („I walk into the sun/ and see your face shining”), Michael Angelakos im behutsamer falsettierten „Safe Inside“ („And now the sun keeps closing in on me/ but farther than it seems in the light“) oder Alex Frankel in „I Feel Numb“ („I am under the sun/ I turn to you and start to say darling“), wo sich der subtile Kontrast zwischen L.A.-Sound und der New Yorker Coolness von Frankels Band Holy Ghost! ausmachen lässt. Classixx besitzen eine Eleganz, die auch ein bisschen Kontroverse vertragen kann: Den Vocover-Track „I’ll Get You“, der auf ihrem Debütalbum nicht bei allen gut ankam, schaffen sie diesmal überaus konsequent mit Auto-Tune-Innovator T-Pain auf „Whatever I Want“ noch zu toppen.


