Puce MaryThe Spiral
Frederike Hoffmeier mag noch nicht das Hi-Fi-Studiogewand eines Ben Frost besitzen, doch ihre Noise-Werke als Puce Mary werden mit zunehmend geschärften Konturen immer eindrucksvoller. Fernab vom dumpfen Klangmatsch vieler Mono-Kassettenaufnahmen wird so das kakophone „Night Is A Trap II“ noch wahrhaftiger, wenn die aufrüttelnde Dynamik aus ihrer zu blechernem Quäken verzerrter Megaphonstimme und hochjaulendem Rausche-Feedback organisch über die Stereokanäle wandert. Deutlicher machen die übrigen, nicht dermaßen ausgestressten Stücke auf „The Spiral“, wie strategisch Hoffmeier die Vermulchung oder Offenlegung ihrer Krachpalette betreibt: Nur die tiefere Abmischung macht ihre unverfremdete Rede in „No Memory“ schwerer verständlich, umgeben vom Knistern umherwandernder Schritte und klar zwitschernder Oszillation spannt die Dänin behutsam die Nerven an, während im ähnlich reduzierten „Enter Into Them“ sowohl ominöses Windspiel wie auch der dronig-pochende Untergrund gedämpfte Nebelschatten werfen. Ganz deutlich wird im unwohlen „Masks Are Aids II“ nur ein glühendes Fiepen über blechern klappernder, hinkender Perkussion, „The Actor“ erhält zwischen melodisch raunendem Synthstreichen im Hintergrund und befremdlichen Blubber- und Störlauten im Vordergrund einen filmischen Horrortouch. Schwellen die vorangegangenen Tracks schon bemessen an, bildet die dramatische Krönung jedoch „Slow Agony Of A Dying Orgasm“: Wie eine Schlinge zieht sich ein tiefes Wabern zur grellen Sirene zusammen, bis das anfangs minimalistische Finale in der Mitte expandiert und fordernde Trommeln, dampfendes Rattern und Nebelhorn eine hysterische Kakophonie erreichen.


