Verbraucherschutzverbände würden vor Freude in die Luft springen, wenn man bei den meisten Nahrungsverpackungen so genau von der Beschriftung auf den Inhalt schließen könnte wie bei diesem Album: Cult Of Lunas Post-Metal wogt sich ausgedehnt von arktischen Ruhetälern auf wuchtige Spannungsgipfel, wie bei ihren eigenen Bands Made Out Of Babies und Battle Of Mice lungert Julie Christmas derweil grummelnd in den Eingeweiden der Stücke, birst geifernd aus ihnen heraus oder wandert unheilversprechend auf eigenen Faden. Während sie von „Cygnus“, das in seiner allzu vertrauten Routinehaftigkeit ähnlich langweilt wie Spätphase-Mogwai, so abwesend wirkt wie im Call-and-Response des Eröffnungsstücks nachträglich eingefügt, kommen dazwischen die zündenden Momente dort rum, wo beide Parteien voll präsent sind. Vor allem das zentrale „The Wreck Of S.S. Needle“ besticht durch seine kontrollierte An- und Entspannung, mit chrommetallig schimmerndem Gitarren-Arpeggio vor Laut-leise-laut-Eruptionen von Breitbildformat, durch die Christmas‘ wandelbare Stimme in allen denkbaren Aggregatszuständen führt. Dem ohnehin schon proggigen Albummotiv der Weltraum-Narrative gibt hingegen „Chevron“s synthiger Sternennebel-Anstrich den gelungenen Soundschliff, oder auch das an atmosphärische 80er-Sci-Fi-Soundtracks erinnernde Pulsieren in „Approaching Tansition“, bevor die Musik ohne gradueller Steigerung wieder abrupt in Intensität ausbricht.

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