BleachedWelcome The Worms
„In your car/ up and down the boulevard/ blasting the radio“. Selbstbewusster als zuvor klingen Bleached auf ihrem zweiten Album nach ihrer Heimat Los Angeles – nicht nach Narzismus und Soft-Rock-Gitarren wohlgemerkt, sondern wie die Power-Pop-Ecke der Garage-Szene („Desolate Town“ schielt sogar mal etwas psychedelischer in Richtung von Ty Segall und Oh Sees). Der Sound von „Welcome The Worms” ist komplex ausgeformt, mit einem körnig-satten Verstärkerklang nebst synthigen Anstrichen von mitunter gar subtiler Feinheit, die einem „Sour Candy” trotz Geistesverwandschaft zu Ramones-Rock’n’Roll einen klaren Eigencharakter geben. Das unterstreicht das tighte Spiel des Trios in Songs wie „Wednesday Night Melody“ bestens, weniger hingegen, wenn ein „I’m All Over The Place (Mystic Mama)“ sich etwas loser ausstreckt und dafür zu wenig griffige Einzelereignisse bietet. Anders im emotionalen Müll entsorgenden „Wasted On You“, wo die Gitarre interessanterweise etwas versteckt hinter Vocals und auch Bass lustvoll drüber und drunter gniedelt, ohnehin spielen Bleached aber selten ganz so leicht und unverhohlen Händeklatsch-catchy auf wie im finalen „Hollywood, We Did It All Wrong“. Mit dreckig-befleckenden Untertönen verströmen sie eher einen realistischen, nicht eskapistischen Optimismus.


