Sheer MagIII EP

Selten trifft das Sprichwort „Never judge a book by its cover“ so auf eine Band zu wie bei Sheer Mag aus Philadelphia. Das Artwork des Quintetts, welches inzwischen seine dritte EP veröffentlicht, sieht nämlich auf den ersten Blick so aus, als würden sie mein persönliches Steckenpferd Black Metal beackern. Doch mitnichten, hinter den schwarz-weißen DIY-Covern verbirgt sich der heißeste Indie-Garage-Pop-Rock, den die Staaten aktuell zu bieten haben: Produktion voll auf Vintage, der Gesang von Tina Halladay zerrt, bleibt aber meist diffus sexy, eine der Gitarren knödelt in einer Tour die coolsten, schmockigsten Leads und die Rhythmusgruppe tickt wie ein Uhrwerk. Als eheste Anhaltspunkte zur Produktion kommen die Australier Royal Headache in den Sinn, nur dass Sheer Mag weniger Motown-Soul verarbeiten und eher klassischen Rock verwenden. Die Entwicklung der Band über ihre Veröffentlichungen ist immens – die Songs werden immer besser und der Pop-Appeal steigt. Wer sich davon überzeugen will, muss nur mal „Nobody’s Baby“ anhören oder das zugehörige Video anschauen. Wenn Sheer Mag dieses Niveau halten, steht uns beim hoffentlich erscheinenden Album ein echter Hochkaräter bevor.

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