Als die New Yorker Tombs 2014 ihr drittes Album veröffentlichten, war ich voll des Lobes für ihr Label, das seinerzeit Hochkaräter im Monatstakt veröffentlichte und dabei keine Grenzen zu scheuen schien, und selbstverständlich für die Band. Ihr apokalyptischer Entwurf war tief im Black Metal verwurzelt und mit Industrial-Noise-Attacken angereichert, zudem verliehen Mike Hills Gesangsstil und -experimente „Savage Gold“ eine humane, verletzliche Note, die ihresgleichen suchte und die Musik des Quartetts einzigartig machte. Kurz danach brachten Tombs auch eine Coverversion von David Bowies „Heroes“ nebst Video heraus und in gewissem Sinn kann man diesen retrospektiven Ausflug als Hinweis deuten, wohin die Reise auf ihrer neuen EP geht. Nicht dass Tombs jetzt keinen Post-Black-Metal mehr spielen und dafür zur Glamrock-Kapelle mutieren würden: Sie gehen auf „All Empires Fall“ streckenweise noch kompromissloser ans Werk und Hill schreit sich kolossal die geschundene Seele aus dem Leib. Aber was wiederholt noch mehr aufhören lässt als diese famose Härte, sind die Songs oder Songteile, in denen er abermals das Schreien einstellt und Klargesang in den Mittelpunkt stellt. Hier kommt wieder die Vocals vom Cover ins Spiel, die er noch weiter in Richtung von Rozz Williams beziehungsweise Peter Murphy entwickelt. Sehr schön.

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum