Meilyr Jones2013

Es ist die schelmenhafte Inszenierung, die auf dem Solodebüt von Meilyr Jones als Erstes auffällt. Gewieft mischt der Waliser orchestrale Kinkerlitzchen in seine ausformulierten Popsongs und erzählt dabei von früher. Nun, so viel früher sind drei vergangene Jahre nicht, und doch wirken die sorgsam ausstaffierten Artpopsongs wie ein herrlich bebildertes, zuweilen ein wenig abgegriffenes Poesiealbum, in das Jones unter anderem seine Reiseerinnerungen an Rom aus eben besagtem Jahr 2013 vermerkt hat. Neben klassischen Motiven skizziert Jones Bowie und Deep Purple im saftigen „Strange Emotional“, dann wieder variiert er das Beste von Neil Hannon, Morrissey und Patrick Wolf und wird so zum verstiegenen Geschichtenerzähler bei „Return To Life“. Ein wenig Augenzwinkern, ein wenig Larmoyanz und eine wohlfeil austarierte Stimme, die sich geradezu hinreißend in Szene zu setzen vermag: Es fügt sich auf „2013“ einiges zusammen, das man dort nicht ohne Weiteres vermutet hätte. So trifft Vogelgezwitscher vor dem barocken „Rome“ mit seinen Flöten und Blechbläsern auf das fast burlesk auf- und niederhopsende „Olivia“. Ein Schelm, wer da die Kunst nicht mit dem Zaunpfahl winken hören wird.

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