Bryan James Sledge trägt seinen Geburtsort mehr als Erinnerung an seine Wurzeln im Künstlernamen, seine musikalische Residenz ist seit Beginn seiner R’n’B-Karriere Los Angeles und sein Beitrag zu Kendrick Lamars Debüt-EP war bezeichnenderweise auf dem Song „Faith“. Sledge bekam mit seinen Eltern im Kirchenchor eine Nähe zu Gospel und Glaube vermittelt, die auch auf „In My Mind“ mit weltlicheren Verlangen kollidiert: „Church“ stellt die Soul-Thematiken Lust und Glaube derart als einen Konflikt zwischen Individuum und Kommunalem auf, dass sich im Refrain BJs „She said she wanna drink and do drugs and have sex tonight“ verschämt klein macht, während der Folgeeinwurf „But I’ve got church in the morning“ von einem kleinen Chor wiederholt wird. Weniger erfolgreich ringt er mit einem Klassiker im vermeintlich genderinvertierenden „Woman’s World“, das doch nur auf „Show me a powerful man/ I will show you a strong woman behind him“ herausläuft und auch im zu dick retro auftragenden „Shine“ strauchelt der in „Falling On My Face” subtilere Streicher-Arrangeur. Sehr gelungen hingegen ist die Lamar-Kollaboration „The New Cupid“, die ein Raphael-Saadiq-Sample in körniger Rap-Produktion strahlen lässt und den überragenden Mittelteil des Albums um das Beziehungsende-Lament „Heart Crush2 krönt. Ähnlich wie bei Anderson .Paak, auf dessen „Malibu“ er ebenfalls gastierte, brillieren gerade BJs besonders ambitionierte Mehrteiler-Songs: das von dezent-geduldigem Gitarren- und Stimmlauf zu aufgeregtem Beat getragene „Wait Til The Morning” mit souligem Piano-Outro und das ebenso melodisch hinreißende „Jeremiah/World Needs More Love“ mit minimalistischem Coda.

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