So Pittedneo

Dass Kopfhörer-Noiserock durchaus ein Ding der Möglichkeit ist, lässt sich am Debütalbum von So Pitted erfahren. Das Seattler Trio hat seine Wandelbarkeit durch Permutation – Jeannine Koewler nutzt für ihre Gitarre einen Bassverstärker, während sich Liam Downey und Nathan Rodriguez in den Rollen als Drummer und singender Gitarrist abwechseln – auch im Studio umgesetzt, so dass sich das Klangbild von einem Song zum nächsten Signifikant ändert. Mit Effekten, die sich live nicht reproduzieren ließen, buttert so ein massives Bassbrummen in „Get Out Of My Room“ sämtliches andere Gewuchte dämpfend tief unter, während das zerfetzte Schlagzeug in „Woe“ scheinbar eine kleine Kapelle als Echoraum zur Verfügung hat, in „No Nuke Country“ aber dann allein für die tiefe Tom einen bodenlosen Nachhall einsetzt. Noch beeindruckender ins Unwirkliche driftet die Kompression von „Pay Attention To Me“, wo die voluminösen Saiten mal nur ein wenig knistern, zur Mitte des Songs ihren Druck einmal kurz aussetzen und das Druckvakuum im Ohr erst wie gehaben füllen und sich in der finalen Minute dann zu einer grotesken Rauschwand aufblähen. In solchen Momenten wird „neo“ mit direkter Ohrenbeschallung in der Tat imposanter als über Lautsprecher.

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