Zweimal kommt das lang ersehnte Major-Debüt des R’n’B-Samtstimmchens ins Straucheln. Zuerst gleich im eröffnenden „Planez“, das J. Cole mit seinem lausigen „Dick so big it’s like a foot in your mouth“-Vers rüde zu Boden zerrt, und dann als in der Ziellinie des Albums „Don’t Tell ‚Em“ einsetzt und “Ich bin eine DJ-Mustard-Produktion von 2014“ schreit (wäre er von 2015, würde er „Rhythm Is A Dancer“ in Text und Melodie zitieren). Jeremihs größter Hit ist nicht unbedingt schlecht gealtert, doch fällt er in seiner Sommerlichkeit merklich aus der arktisch exquisiten Dimmung von „Late Nights: The Album“ heraus. Es zeugt von der umgreifenden ästhetischen Stimmigkeit dieser Stücke, dass Jeremih das Boot im anschließenden „Woosah“ mit zwei wolligen Klavieranschlägen und Fingerschnippsern in Ohrennähe sofort wieder zurück auf den bisherigen Kurs bringt: Sex in der Limousine, Sex im Flugzeug, Oralsex, angetrunkener Sex, bekiffter Sex, Sex mit Fremden, Fremdgehsex, romantischer Sex – doch ist Sex stets ein freudvoller Akt, so beklemmt und niedergeschlagen die Produktion dazu auch konstrastierend wird. Dass Jeremih die Libido nicht über den Kopf wächst, er lieber wie in “Drank“ auch mal nur zielgerichtet ins linke Ohr flüstert, zeigt sich auch dort, wo seine Gäste die Stimmung zu zerstören drohen – immerhin einen demonstrativen Zweck erfüllen sie.

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