David RamirezFables
Ein Album wie ein Tagebuch: David Ramirez‘ kraftvoller Songwriter-Folk klingt so unmittelbar und tröstlich wie eine Seite mit den eigenen Aufzeichnungen. Aufgenommen mithilfe seines Freundes Noah Gundersen, dessen letzte eigene Alben leider ein wenig unbeachtet blieben, entpuppt sich „Fables“ als feinsinniges Werk, das sich wunderbar zwischen warmherzigen Americana-Klängen und beherztem Alt-Country niederlässt. Allen voran im herausragenden „Harder To Lie“ singt sich Ramirez im wahrsten Sinne des Wortes die Seele aus dem Leib und erzählt Geschichten, die persönlicher kaum sein könnten. Mal darf es dabei zu flüchtig angerissenen Gitarrenakkorden wie der zärtlichen Gedankenrückschau „Rock And A Hard Place“ gar nicht waidwund genug werden, doch am stärksten wirkt „Fables“ tatsächlich dann, wenn Ramirez sein Innerstes nach außen kehrt und sein kerniger Bariton seinen eigenen Gefühlen scheinbar nicht mehr standhalten kann. So reiht sich Ramirez mit seinem mittlerweile vierten Album nahtlos in die Reihe spannender Country-Troubadoure nicht weit entfernt von Jason Isbell oder Dylan LeBlanc ein, die ihre eigenen, zuweilen leicht verqueren Geschichten zum Thema ihrer Musik machen, aber dabei gleichzeitig vielen Zuhörenden aus der Seele sprechen.


