Anderson .PaakMalibu

Zu Beginn von Anderson .Paaks zweitem Album scheint es, als habe er es nach seinem gelegentlich chaotisch bis verworrenen Debüt im Gegenzug übertrieben und käme aus dem Gemütlichkeitsgang gar nicht mehr raus. Doch die goldene Mitte findet er bald, zu vintage-verschmiertem Boom-Bap und choral bestrichenem Soul-Groove, zu Dämmerlicht-Disco und erotisierter Psychedelik reflektiert er mit hell-krächziger Stimme, die deutlich davon abstehend positioniert ist, über sein junges Leben und was er sich darin erkämpfen musste. Die über eine Stunde stellenweise einseitigen Vocals bereichern wohlselektierte Gäste wie Talib Kweli und BJ The Chicago Kid, die nur selten die rückblickenden Narrativen mit Twitter-Referenzen verwirren, während .Paak selbst im sonnengebleichten Vintage-Sound uralte Nintendo-Konsolen aufbringt. Dass „Malibu” zu Beginn und Ende seine Längen hat, lässt sich dank ambitionierter Stücke wie dem strukturumschwingenden „The Season/Carry Me” oder dem verspielt davonhüpfenden „Parking Lot” verschmerzen, zeigt aber dort auch umso deutlicher .Paaks volles Potential.

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