The Japanese HouseClean EP

Die Gerüchte, dass es sich bei The Japanese House um ein Inkognito-Nebenprojekt von The 1975 handelt, dürften mittlerweile verstummt sein. Auf Amber Bains zweiter EP findet sich zwar immer noch die eine oder andere klangliche Verwandschaft in den gläsernen Saiteninstrumenten, doch das auszeichnende Merkmal ihres bodenlosen Electro-Pop ist ein ans Psychedelische grenzende Arrangieren von harmonisierend manipulierten Vocals, das sanft getragen ebenso an Panda Bear erinnern kann. Die aufspielende Gitarrenverzerrung versetzt die folgenden Vocals in „Letter By The Water“ ins Ungleichgewicht, was die aus der Bahn geworfenen Emotionen des Songs ebenso reflektiert wie die abwechselnd die Führung zu übernehmen scheinenden Stimmen, eine ruhig raunend und die andere in höheren Lagen gequetschter. Handfeste Momente wie dieser werden wie auch der Beat im finalen „Sugar Pill“ jedoch nie so wuchtig, dass man die Glühwürmchen nicht mehr glimmen hört. „Clean“ bleibt nicht nur in der Wassermotivik der Texte naturgewandt: Bain stellt sich zwischen ätherischem Funk und Pluckerbeats verschiedene Optionen für die zukünftige Weiterentwicklung aus, doch vermag sie ihren Sound immer auch so sauber voranzutreiben, dass man irgendwann glatt Samples gluckernder Bäche wahrzunehmen vermeint.

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