DisclosureCaracal

Dass Disclosure einen Gang zurückschalten, ist nicht unclever. Das House-Pop-Feld ist nicht nur in England eng beparkt und dass die Brüder Lawrence ihr zweites Album mit einem Staraufgebot an Stimmen besetzt haben, legt nahe, dass diese darauf auch den entsprechenden Raum haben sollten. „Magnets“, die Kollaboration mit Lorde, ist der kürzeste und zugleich rundeste Song, oft aber herrscht auf ihrem zweiten Album Unstimmigkeit zwischen simplem Pop-Songaufbau, Vocals und der – trotz aller potentiell auflockernden Extraperkussion – behäbigen Gangart, die auch durch füllende Perkussionsmuster nicht rhythmisch mitreißender wird. So wirken die Brüder bei „Good Intentions” mehr daran interessiert, die Ausformungen jedes Claps und Arpeggio-Prickelns millimetergenau zu konstruieren als das Stück an Miguel zu binden. Sind Disclosures Nu-Disco-Entwürfe wie das ewig lange „Nocturnal” nicht gerade von funkelndem Classixx-Kaliber, ist andererseits der R’n’B von „Masterpiece” zu effekthascherisch abgemischt, um in den Groove zu finden und ausgerechnet das besonders lebhafte UKG-Titschen von „Echoes” wird von der Katzenstimme des einen Bruders gebremst, der sich hier einmal mit inhaltlich wie versmaßig holprigen Texten selbst als Vokalist versucht. Kein Vergleich mit „Hourglass”, in dem Lion Babe nicht nur als facettenreiche Präsenz heraussteht, sondern die ganze Dynamik des Songs zu kanalisieren und lenken vermag.

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