Bomba EstéreoAmanecer

Auf Tropeneleganz folgt Dämmerung: Während die USA im EDM- und Europa im Tech-House-Mittelmaß rumdümpeln, erinnern Bomba Esteréo mit ihrem vierten Album daran, wie freudvoll elektronische Tanzmusik Grenzen traversieren kann. Im Detail schwingen noch die psychedelisierten Seltsamkeiten des Vorgängerwerks mit, wenn unter dem Flöten und der flockigen Cumbia-Perkussion von „Soy Yo“ leise aus dem Hintergrund verfremdetes Stöhnen raunt, doch sattes Low End steht diesmal ganz oben auf der Prioritätenliste. Wie auch die Bläser in „To My Love“ oder die zirkelnde Gitarre in „Fiesta“, das den weltumarmenden kolumbianischen Karneval vertont, bleiben traditionelle Instrumente zwar stilistischer Kernbestandteil, sind aber unauffälliger abgemischt zugunsten Liliana Saumets belebter Vocals und modern ausformulierter Beats. Die zweite Albumhälfte geht vor allem mit dem atmosphärischen „Algo Esta Campiendo“ weniger frenetisch in die Tiefe, doch erinnert es wie auch „Caderas” daran, dass Bomba Estéreo in niedrigerer Beatfrequenz nicht weniger tanzbar werden – ihr Pop ist sowohl für runtergerollte Autofenster wie auch menschenhohe Soundsysteme geschaffen.

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