Publicist UKForgive Yourself
Über Bambi auf den Cover oder den Namen der Band mit dem sinnfreien Länderkürzel UK will ich gar nicht reden. Aber vielleicht ist es ja als Hommage an die Insel zu verstehen, im Gegenzug dafür, dass sie im Zuge von Post-Punk auch den Goth gebar. Viele der zahlreichen Bands, die sich derzeit an dessen goldener Era abarbeiten, haben eine Metal- oder Hardcore-Vergangenheit – so haben beispielsweise Atriarch mit „An Unending Pathway“ ein hervorragendes Album veröffentlicht, das die Grenzen von Doom, Black und Post-Metal auslotete, sich aber ebenso deutlich an dem kalifornischen Goth-Urgestein Christian Death abarbeitete. Vaura implementierten letztes Jahr sonoren Goth-Gesang in ihren Post-Black-Metal und auch einer der beiden Sänger von Pendulum orientiert sich streckenweise deutlich an Peter Murphy. Publicist UK gehen noch einen Schritt weiter: Die Band, die aus (Ex-)Mitgliedern der Formationen Municipal Waste, Revocation, Goes Cube, Discordance Axis und Burnt By The Sun besteht, hat einfach ein waschechtes Neo-Goth-Album eingespielt. Dabei orientiert sie sich aber weniger an den Anfängen von Joy Division oder Bauhaus, eher an „Talk About The Weather“ von Red Lorry Yellow Lorry oder dem Gitarrenspiel der Sisters Of Mercy. Sicherlich muss man streckenweise auch an neuere Vertreter des Genres wie Editors oder Interpol denken, wobei der Zielgruppe von Relapse diese beiden Bands eventuell völlig unbekannt sein könnten. Einer der Höhepunkte ist sicherlich „You Are The Stars“ mit seiner Theatralik und dem Einsatz von Bläsern, aber auch das beinahe zarte „Canary“ oder das Duett „Telegraphing“.


