Ob Strange Wilds wohl wussten, dass sie eines Tages „Don’t Have To” auf Sub Pop veröffentlichen würden, als sie diesen verdächtig in Richtung „Come As You Are” schielenden Song für ihr Debütalbum schrieben? Sicherlich, in Olympia liegen noch einige Grunge-Reste im Boden, die in den 90ern vom nordöstlichen Seattle aus ins Grundwasser sickerten, doch lässt vor allem dieser ausgemagert cleane Gitarrensound in Songs wie „Lost And Found” misstrauisch die Augenbrauen heben. Um waschechte Nirvana-Kopisten handelt es sich bei dem Trio aber nicht, manche der von Sänger Steven mit halb geschrieenen Vocals befeuerten Punk-Sprints stehen mit aufgequollenen Bassknarzern und frenetischer Cymbal-und-Becken-Schepperei durchaus den kanadischen Labelkollegen METZ nahe. Deren elektrisierte Nervosität erreichen Strange Wilds aber ebenso selten wie Pissed Jeans‘ charismatische Eigendemontage oder eine zwingende eigene Grooveschärfe. Über dünnem Songwriting gestaltet sich all das Röhren und Wuchten immer wieder überraschend öde – viel Lärm um Nichtiges.

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum