BullyFeels Like
Wenn man stereotyp verschiedenen Regionen der USA ihren eigenen Regionalsound von Indie Rock zuordnet – die angeraute Melodik von Philadelphias Bands, die noisige Dreckschicht der Olympia-Ecke, Ohios lo-fi-poppiges Robert-Pollard-Erbe – dann repräsentieren Bully auch durchaus nicht als einzige einen wüstenstaubbenetzten Südstaaten-Sound fern von Country, der mit seinem 90er-behafteten, simplen Voranrocken eigentlich auch auf Merge oder einer Split Single mit Milk Music beheimatet sein könnte. Trocken ist das Debütalbum des Quartetts aus Nashville nicht, denn auch wenn funktionale Eingängigkeit ihr Songwriting zeichnet als denkwürdige Riffs, stehen mehr als alles andere Alicia Bognannos Erzählungen im Vordergrund. Selbst Melodien oder Shouts in den Refrains nutzt sie primär zum Untermauern einzelner Worte oder Phrasen, ihre Texte damit als solche markierend, die gehört und verstanden werden wollen. Wenn sie dafür gelegentlich zu unscharf ausfallen, kann vor allem Bullys Rhythmussektion übermäßig routiniert voranrocken – etwas merkwürdig, dass dieser Zustand sich schon auf dem ersten Album der Band einstellt, die aber dafür den guten Stilzug zeigt, am Ende auch eine superchunkige Anti-Hymne nach sich selbst zu benennen.


