EnvyAtheist's Cornea

Endlich wieder Nachschub: Fünf Jahre nach dem letzten Album „Recitation“ ist „Atheist’s Cornea“ ein Nachfolger in guter, alter Envy-Tradition. Kaum einer anderen Band gelang es in der Vergangenheit so nachdrücklich, wilden Screamo mit weit ausholendem Post-Rock zu vermengen, die bis zur Erschöpfung gehenden Liveauftritte sowie die für das Genre relativ ungewohnten japanische Spoken-Word-Passagen verfestigten die Faszination zusätzlich. Die Herangehensweise der Band verfängt nach wie vor, auch wenn sie an einigen Stellen deutlich gemäßigter und nicht mehr ganz so aufbrausend wie gewohnt daherkommen. Ein Song wie „Your Heart And My Hand“ geht dabei in Sachen schöngeistiger Landschaftsmalerei selbst noch ein deutliches Stück weiter als beispielsweise Mogwai und landet mit seinem Aufbau – wo wir schon einmal bei Labelkollegen sind – irgendwo in der ersten Schaffensphase von Explosions In The Sky. Ein kleiner Wechsel der Philosophie also, der sich durch das ganze Album zieht, eher mit Nadelstichen als mit letzter Konsequenz umgesetzt. Und so ist es kein Wunder, dass Streicher und zarte melodische Ansätze oftmals doch noch von einem wütenden Tsunami aus brachialem Gesang und niemals enden wollenden Drums in den Schatten gestellt werden. Gut so, denn die große Stärke der Band liegt immer noch genau hier.

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