Royal ThunderCrooked Doors
Der Zweitling des Quartetts aus Georgia kommt extrem aufgelockert und stilistisch um einiges vielfältiger als sein Vorgänger „CVI“ daher. Die sorgfältig über das Album arrangierten Songs mit extremem Hardrock-Einschlag bilden nach wie vor das Fundament von Royal Thunder. Das eröffnende „Time Machine“ und die ebenso geschmeidig vor sich hin rollenden „The Line“ oder „One Day“ etwa entwickeln ihren Charme mit dem Vorschlaghammer, Raum für spielerische Experimente bleibt in diesen Songs kaum. Das ändert nichts daran, dass diese Herangehensweise sofort verfängt und – mehr noch – dem übrigen Teil von „Crooked Doors“ das Feld für viele Ausflüge bereitet. Doom Metal trifft auf Blues Rock, Psychedelic auf AOR. Eine Garantie auf starkes Gesamtergebnis gibt es bei solch einer fast schon kruden Mischung normalerweise nicht. Doch Royal Thunder halten alle Songs, alle Strömungen durch eine gewisse Leichtigkeit zusammen. Selbst die schwersten Doomriffs („Forget You“) atmen immer wieder tief durch und haben wenig Interesse daran, dem Album über Gebühr Ballast aufzubürden. Im abschließenden „The Bear II“ erinnert Sängerin Mlny Parsonz gar an PJ Harveys „White Chalk“, so unverhofft zerbrechlich und spröde verliert sie sich hinter dem Piano.


