FantasmaFree Love
„Welcome to the apartheid afterparty“, wird man auf der Webseite von Nthato Mokgatas Dokumentation „Future Sound Of Mzansi“ begrüßt. Mokgata – bekannter unter seinem Nom de Plume Spoek Mathambo – bringt gemeinsam mit seiner Band Fantasma einen ähnlichen Vorwärtsblick in ihr Debütalbum „Free Love“, für das elektronische Tanzmusik aber nur ein Teilaspekt ist. So gibt „Free Love“ zwar den Anflug eines Einblicks in den Facettenreichtum moderner Südafrika-Sounds und spiegelt dabei, wie beispielsweise „Sefty Belt“ auf den luftig stampfenden Bacardi House von DJ Spoko baut, auch die höchst unterschiedlichen Musik- und Lebensbiographien des Quintetts wieder. Doch Fantasma setzen primär auf muntere Stilvermengung um die eleganten Pop-Hooks im Zentrum ihrer Songs, oft wie bei „My Wave“ im Wechsel zwischen Mokgatas Sprechgesangs-Strophen und dem souligen Refrain der Schwestern Nandi und Nongoma Ndlovu. Das Saitenspiel entfalten sie dazu ganz warm-entspult im dubbigen „Fire & Smoke“, oder lassen es „Higher Power“ knarzig-bratzend nach vorne ziehen, oder komprimieren es zur engen Groovekette in der dancigen Mittelsektion um „Sophiatown“ und „Peaking“. Wie auch immer es dem im herrlichen „Umoya“ mündenden Albumverlauf zugute kommt, zeigen Fantasma nicht nur für das traditionsbehaftete Instrument ein Kaleidoskop der Ausdrucksmöglichkeiten.


