Karin ParkApocalypse Pop
Die synthig unterkühlten Electro-Beats des Vorgängers mögen auf ihrem fünften Album von Störgeräuschen und atmosphärischer Verdichtung zur Nebenattraktion degradiert sein, doch Karin Parks Düsterpop bleibt gut bei Fuß. Ob üppig lichtern mit „Stick To The Lie“ oder den Verlorenen im Dunklen ein Liebeslied singend bei „Shine“, zur Ruhe kommt die Schwedin nicht – wenn, dann nur um am Ende von „Opium“ ein Bass-und-Snare-Gewitter zu erbrechen. „Apocalypse Pop“ besticht vor allem mit solchen Soundideen, von der Knarzgitarre in „Whipped Cream, Silver And Pearls“ oder dem Nadeldrucker-Sirren in „Hard Liquor Man“, denn nur selten bringen im Letzteren die verstolperte Holzperkussion oder der Schaffelstampf von „Look What You’ve Done“ rhythmische Variation in die fast konstante Bewegung der etwas steifen Arrangements. Park könnte ihre Bandbreite sicher noch weiter ins Atmosphärische erstrecken, andererseits hält sie mit ihrem Gespür für eigenwillige, nicht notwendig harmonische Hooks durchaus legitim am Schema des Popsongs fest und – abgesehen vom merkwürdig deplatzierten Softdance-Finale – ihr Album so in stimmiger Aufreibung.


