Moon DuoShadow Of The Sun
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Label:
Sacred Bones
VÖ:
27.02.2015
Referenzen:
Neu!, Black Lips, Thee Oh Sees, Spacemen 3, Peaking Lights, Suicide, The Fresh & Onlys
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Autor: |
| Felix Lammert-Siepmann |
Moon Duo gelang vor vier Jahren mit ihrem Debüt „Mazes“ ein Achtungserfolg. Irgendwie schaffte es die Band trotz eines eher traditionellen Ansatzes, ihre bunte Mischung aus Psychedelic Rock und Krautrock aus der Masse herauszuheben – ein Erfolg, der bei all den neuen Bands in dieser Nische sicherlich nicht selbstverständlich war.
Das Duo aus Portland geht auf seinem Drittling „Shadow Of The Sun“ den auf dem Vorgänger „Circles“ eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Weniger Ausschweifungen und Improvisation zugunsten einer höheren Kompaktheit scheint über weite Strecken das Hauptanliegen zu sein. Die auf „Circles“ begonnene Reduktion aufs Wesentliche ergänzen Moon Duo durch zuvor so nicht gesehene Melodiebögen, die den Eindruck hin zu mehr Zugänglichkeit nochmals verstärken.
Die Konsequenz liegt auf der Hand: Trotz regelmäßiger Rückgriffe auf ihre aus der Vergangenheit bekannten spacig-wabernden Strukturen gibt es praktisch kein Entkommen vor dem nächsten verführerischen Versprechen und dem nächsten zuckersüßen Klang. Eine Entwicklung, die dem Album auf den ersten Blick nicht zu seinem Nachteil gereicht, ganz im Gegenteil: Besonders die Songs in der ersten Hälfte, allen voran das hin- und her schaukelnde Eröffnungsstück „Wildling“ und das von prickelnden Synthies durchzogene „Zero“, sorgen für viel Schwung und eine angenehme Leichtigkeit. Und mit „Night Beat“ findet sogar ein Song, der frei von allen Zwängen wie in alten Tagen und live auf der Bühne einfach nur dahinfließen darf, einen Platz im vielversprechenden Auftakt. Die Mischung stimmt zweifellos.
Dieses Spannungsfeld über die gesamte Albumlänge aufrecht zu erhalten, entpuppt sich für Moon Duo auf „Shadow Of The Sun“ jedoch als Ding der Unmöglichkeit. Etliche Unstimmigkeiten auf gleich mehreren Ebenen sind ein ums andere Mal deutlich herauszuhören. So gelingt es der Band trotz greifbar guter Ideen nicht immer, den weiterentwickelten Pop-Appeal reibungslos in den Albumkontext einzubauen, gleichartige Strukturen zwischen den Songs sind das Ergebnis. Auch darüber hinaus leidet das Album etwas unter seiner Gleichförmigkeit, auf die man sich aber durchaus einlassen kann. Eklatanter ist es da, dass „Shadow Of The Sun“ nach tollem Beginn Pop und ausschweifende Psychedelic-Ansätze nicht mehr so recht miteinander vereinbaren kann, beide tragenden Elemente laufen gleichsam nebeneinander her. Die Kohärenz bröckelt dadurch zumindest zum Ende hin deutlich.


