Für Bands auf postpunkigen Pfaden ist derzeit der fließende Übergang zum Früh-80er-Goth oder Deathpunk allzu häufig naheliegend, doch nur wenigen gelingt es so gut wie Viet Cong oder Iceage, daraus mehr als den xten aufgewärmten Abklatsch zu machen. Von vornherein distanzieren sich Desperate Journalist mit ihrem aufgewühlten Glam-Sound davon ebenso wie von Editors-Schmalz: Zwischen hellem Jangle und lärmig aufberstender Gitarre fahren sie nur zwei Songs ihres Debütalbums durchweg gemütlich, ihre eingängigen Melodien sind in Tempo und mit wenig sonnigem Bassrumpeln von einer unruhigen Dringlichkeit getrieben. So klingt es auch alles andere als selbstmitleidig nach innen gekehrt, wenn Jo Bevans klare Stimme vom nüchternen Alt über ein wiederholt nervöses „I can’t control“ in den hochgelegenen Refrain springt und „Open the veins/ open the reins/ It’s like a hole in your head“ als entflammten Katharsis-Akt ausspeit. Derartig griffige Sensationsmomente schwinden in der zweiten Albumhälfte ebenso wie die kleinen findigen Hooks, so dass ein Refrain wie der von „Heartbeats“ zu bemüht wird, doch erreicht es das Londoner Quartett mit seiner Variationsarmut eben auch, seine eigene Klangwelt zu etablieren.

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