Manchmal denke ich: Mann, was bist du leicht zu haben. Irgendwann in meiner frühen Jugend muss er mich erwischt haben, der Shoegaze-Virus. Ich weiß nicht einmal mehr, wer mich angesteckt hat, ob es My Bloody Valentine waren oder eine andere Band, bei der die Gitarren mächtig „Swoosh“ und Krach gemacht haben, lässt sich nicht mehr eindeutig verifizieren. Aber das Fieber packt mich einfach immer wieder, wenn ich dichte, leiernde Gitarrenteppiche und eine wolkenkratzerhohe Wall of Sound höre, als hätte man sich dicke Wattebäusche in die Ohren gesteckt und trotzdem würden damit ganze Hallen geflutet. Daher ist es auch kein Wunder, dass Wildhoney meine Rezeptoren antriggern. Das Quintett aus Maryland, das auf einer meiner persönlichen Lieblingsinstitutionen in Sachen unpeinlichem Retro Deranged Records veröffentlicht, versucht erst gar nicht, irgendwelche großen Innovationen in seine Musik einfließen zu lassen, obwohl die Vokalarragements teilweise schon ein wenig an „modernistischeren“ Shoegaze wie den von A Sunny Day In Glasgow (ohne Duettgesang) erinnern. Aber das ist auch alles völlig egal, ich drifte sowieso durch die Noisewolken, schwelge ohne Reue in Nostalgie und lasse mich von der hier dargebotenen Energie einfach wegtragen.

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum