My Iron LungRelief
Anfangs denkt man noch: „WOW! Das wird was …“ My Iron Lung aus San Diego stürmen ungestüm und mitreißend drauflos, erinnern passagenweise an Touché Amoré und haben außerdem noch eine Schippe Math in ihren Post-Hardcore verwoben. So weit scheint alles perfekt zu passen, die Songs sind gut, die technische Umsetzung streckenweise mehr als versiert. Melodien? Emotionen? Satt. Aber: Am Ende des Albums bleibt kaum noch etwas vom Gehörten hängen – es ist eben toller Post-Hardcore, aber vielleicht ein wenig zu uneigenständig. Hier liegt auch der Unterschied zum augenfälligen Vorbild „Is Survived By“, denn selbst wenn man sich dort nicht mehr an das ganze Album erinnern kann, bleiben „Just Exist“ und „To Write Content“ schon nach dem ersten Durchgang hängen, gehen einem nicht mehr aus dem Kopf. Das passiert bei „Relief“ leider weniger, oder vielmehr bekommt man hier nicht zwingend ein Bild von den Urhebern dieser Songs vermittelt. Vielleicht tue ich der Band Unrecht und es braucht einfach nur mehr Zeit, nur drängt sich das Album nicht unbedingt zur fortwährenden Beschäftigung auf. Trotzdem werde ich „Relief“ wohl noch das eine oder andere Mal hören, denn es ist wirklich kein schlechtes Album und auch wegen der Musikalität der Band deutlich über Durchschnitt – nur eben auch kein ganz großer Wurf.


