NisennenmondaiN

Das Paradoxe am Fortbewegen ist ja, dass die Sich-Bewegenden selbst, egal ob motorisiert oder von den eigenen Beinen befördert, irgendwann bei konstantem Tempo ein entspanntes Ruhegefühl empfinden, während sie von außen betrachtet kraftgetrieben vorbeirasen. Ähnlich dürfte es auch dem krautigen Tokioter Noiserock-Trio Nisennenmondai ergehen, wenn sich sein muskelgetriebener Technogroove der Zehn-Minuten-Marke nähert, doch wird man selbst beim Anhören der drei XXL-Dampfmaschinen auf „N“ sogar darin mitgesogen. Gewiss ist ihr Spiel variabel, wo das pedalgetriebene Hi-Hat-Ticken mal von der Doubletime runtergeht oder der beatkonstante Bass etwas sprunghafter wird, während die Gitarre statt Echo-Schrapnelle mal kratzige Langtöne wirft, doch eine gezielte Entwicklung oder gar konkrete Melodik ist höchstens ein Nebenprodukt. Nisennenmondai praktizieren meisterlich Repetition bis zur Transzendenz. Und alle zucken mit.

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