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Von Spar – Streetlife

Wer hätte vor all den Jahren gedacht, dass Von Spar einmal als Vorreiter des eleganten Elektropop gelten könnten? Die Kölner, die seit Anbeginn ihrer Tage viele Band- und auch viele Stilumkehrungen unternahmen, wagen sich mit „Streetlife“ in Kraut-, House- und Elektropop-Kosmen, ohne sich je zu verirren. Nach den melancholischen Piano-Tronix des eröffnenden „Chain Of Command“ hat Gastsänger Chris Cummings erst einmal Pause und man hört ausschweifende Nachtdurst-Kompositionen ohne Vocals, die mal druckvoll, aber auch gediegen können. Das Gespann zeigt sein viertes Album in einer produktionstechnischen Reinheit und die Arrangements lassen beinahe die These zu, dass wir es hier mit den kölschen Hot Chip zu tun haben könnten. Der Klang wirkt noch pointierter und stimmiger als beim letztjährigen Highlight der Domstadtkollegen PTTRNS, das es in eine ähnliche Richtung verschlug. Kein Track kommt ohne eine Prise Groove aus, in dem Sinne ist es nicht mehr ausgeschlossen, dass der Albumtitel eine Referenz an Randy Crawford ist. „Streetlife“ präsentiert sich verspielt, aber in klaren Konturen. Dank eigenem Studio konnten sich Von Spar diesmal bei den Aufnahmen so viel Zeit wie noch nie nehmen, sie outen sich also als wahre Perfektionisten, etwa wenn sich seichte Saxophonsoli perfekt in den elektronischen Unterbau schlängeln („Breaking Foundation“) oder sich Ambientelemente ins Geschehen schmuggeln („Hearts Fear“). Dann folgen straighte House-Sets und unaufdringlich inszenierte 80er-Referenzen (die aktuelle Single „V.S.O.P.“), die ein wenig an den smoothen Synthpop der Labelkollegen BAR erinnern. Dass sich phasenweise ein Hang zum Kitsch andeutet, ist verzeihbar. Falls es so eloquent weitergeht, liegt die Popmetropole der Republik anscheinend bald am Rhein.

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