Code OrangeI Am King
Nach seinem bereits erstaunlich reifen Debüt als Code Orange Kids setzt sich das Quartett weiter vom breiten Hardcore-Feld ab und scheint sich dabei mittlerweile die klangexperimentellen Dillinger Escape Plan ebensosehr zum Vorbild zu nehmen wie die Band ihres Produzenten Kurt Ballou. Bereits die Albumeröffnung hinterlässt mit ihrem Cybersirren einen unauslöschlichen Eindruck, weil sich Code Orange die Zeit nehmen, den auch später auf dem Album wiederkehrenden Signatursound mehrfach gebührlich druckvoll zu etablieren und dann mit Vakuumeffekt spurlos abzuwürgen. Solche originellen Momente, wie auch die spacige Sequenz in „Starve“ oder auch die ambienten Sounds in „Dreams In Inertia“, sind derart nahtlos in „I Am King“ eingewoben, dass es schon leicht enttäuscht, wenn Code Orange vor allem in der Albummitte „nur“ höchst gekonnt breaken und crustverschlammt voranwuchten. Doch wenn es danach über Chaossprints („Your Body Is Ready…“) und unheilvoll melodisches Vorantreiben („Bind You“) in „Thinners Of The Herd“ und „Mercy“ noch metallener ans Eingemachte geht, dann wirken die PittsburgherInnen, als wollten – und könnten – sie Berge zersetzen.


