Jessie WareTough Love
Trotz eines Bashmore hier und da zeichnete sich „Devotion“ weniger durch die Kollaboration mit angesagten Produzenten aus als durch die Genügsamkeit, mit der Jessie Ware ihre Stimme in phänomenaler Bescheidenheit inszenierte. Denkbar unnötig also sind die Streicher und Chöre, die auf ihrem zweiten Album extra dick plakatieren, was bereits offenkundig zu hören ist. Anstatt subtile Momente wie das auf die Bonustracks verbannte „Share It All“ gedeihen zu lassen, planiert „Tough Love“ einen etwas optimistischeren Blick auf Romanze lieber mit flachem Songwriting und dicken Geigen wie in „Pieces“, das Ware nicht so treffend kanalisiert wie „Champagne Kisses“ mit majestätischem Falsett. Was auf dem Debüt noch leichter zu verschmerzen war, fällt hier schwerer ins Gewicht, wenn die Arrangements zu plump sind oder zu dümpelig wie das Schlafliedchen „Keep On Lying“. Dafür entschädigen die beiden Eröffnungssongs mit warmen Sounddetails (der Walgesang zu Beginn von „You & I (Forever)“ könnte fast schon im Alleingang den Rest tragen) und auch in der Albummitte beweist Ware mit den Vocaldoppelungen in „Kind Of…Sometimes…Maybe“ und „Want Your Feeling“, dass sie ihr Feingespür nicht verloren hat.


