Peaking LightsCosmic Logic
Das Duo Peaking Lights zog bei seinem Durchbruch „936“ einen großen Teil seiner Faszination aus der Kombination von weirder Psychedelik und Elektronik mit einem extrem tiefenentspannten Verhältnis zu Dub – nicht zwingend zum klassischen jamaikanischen, sondern eher zu der daraus entstandenen Kulturtechnik. Das passte 2011 super zum Zeitgeist aus Bon Iver, Washed Out, Nicolas Jaar und zum Label Not Not Fun, welches immer auch gern den etwas anderen Dub und gepflegten Lo-Fi im Gepäck hatte. Folglich erschien „936“ in diversen Jahreslisten, der Nachfolger lüftete die Rauchschwaden schon ein wenig und ließ mehr Neon durchblitzen. „Lucifer“ wusste dennoch zu überzeugen, wirkte poppiger, ein bisschen weniger far out. Auf „Cosmic Logic“ ist aber die kosmische Verstrahltheit, das jamhafte alter Tage vollständig verschwunden, Dub ist nur noch eine Methode und nicht mehr die Kraft, die Peaking Lights im Innersten zusammenhält. Indra Dunis und Aaron Coyes orientieren sich diesmal eher an ungelenkem Post-Punk-Funk und am Songformat (kein Stück dauert 5 Minuten), besonders Dunis‘ eckiger, in den Vordergrund tretender Gesang und saubere Synths erhärten diesen Eindruck. „Cosmic Logic“ wird sicherlich seine Freunde finden und lässt streckenweise an YACHT denken, mich hinterlässt es zunehmend ratlos.


