CayetanaNervous Like Me

So satt Cayetana auch Becken und Verstärker krachen lassen, machen sie nicht den Eindruck, als wäre ihr Debütalbum unter Druck oder Eile entstanden. Der knackig-körnige Indie-Rock des Trios aus Philadelphia funktioniert auf „Nervous Like Me“ gerade deswegen so gut, weil er ohne unnötige Zierde auf den Punkt kommt und schnell, aber ohne Hektik lebhafte Eindrücke vermittelt. Augusta Kochs hervorgestellte Vocals pendeln zwischen Observation und Selbstoffenbarung hin und her, auch innerhalb eines Songs wie bei „Mountain Kids“, wobei sie weniger präzise Szenarien äußerer und innerer Handlung erzählt als assoziierte Erinnerungsfetzen zu diesen Momenten wiedererweckt. „The hardest part of moving out is I remember moving in”, singt sie in druckvollem Stakkato auf „Scott Get The Van, I’m Moving“, wird zum Refrain kontemplativer („How gently time disposed us/ separate boxes fill the car“), bis Kelly Olsen wieder die Hi-Hat vom Ruder lässt und die Saiten in ungeduldiger Intensität losschrammeln. Gedanklich mögen Cayetana schon mal innehalten, doch ihr treibendes Spiel nimmt Pausen höchstens, um wie im finalen „South Philly“ Anlauf zu nehmen.

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