Gibt es etwas schlimmeres als routiniert inszenierten Großhallenpunk? Nun, klar gibt’s das, dünngeistigen Rechtsrock zum Beispiel, aber mit ein paar Missgeschicken wäre das siebte Album der Chicagoer glatt etwas aufregender. Die geschniegelt ebene Produktion ist an sich angenehm, nur nutzen Rise Against sie selten so voll aus wie im frontalmelodischen „Tragedy + Time“ und können andererseits keine effektive Dynamik auffahren. Wenn einmal der eillos vorantreibende Anschlag aussetzt und man angehaltenen Atems darauf warten soll, dass die vereinte Band wieder loslegt, stellt sich kein Gefühl der Anspannung ein, weil druckvoll intendierte Sequenzen nicht nennenswert intensiver wirken als andere. Wenn eine Nummer derart kompetent runtergespielt wird wie das Bad-Religion-artige „Sudden Life“, ist ein fauchender Slide übers Griffbrett eher aufgesetzt als spielfreudig, „Zero Visibility“s Refrain klingt sogar erschreckend Nickelback/Staind-ig. Immerhin drückt Tim McIlraths angeschabte Stimme, die Emotionen automatisch direkt aus seinen Eingeweiden zu zerren vermag, seiner Band ansonsten einen unverwechselbaren Stempel auf – mit einem anderen Vokalisten wäre sie im Titelstück kaum von einer (kompetenten) x-beliebigen Emo/Pop-Punk-Gruppe zu unterscheiden.

Ein Kommentar zu “Rise Against – The Black Market”

  1. Dion sagt:

    Bin ich verrückt oder haben die immer noch Dropdowns nach 3/4 in vielen ihrer Songs?

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