The Skygreen LeopardsFamily Crimes
The Skygreen Leopards sind hierzulande ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Schade, denn die letzten Alben der zum Kreis des Jewelled Antler Collective gehörenden Band waren durchweg feine Folk- oder Popkabinettstücken. Das neue Album „Family Crimes“ entfernt sich deutlich von der Experimentierlust anderer Bands des seit 1999 von Glenn Donaldson gegründeten Kollektivs, das artverwandt zum deutlich bekannteren Elephant 6 vorzugsweise Bands aus dem musikalischen Dunstkreis Folk und Rock mit psychedelischem Anstrich versammelt und zum gegenseitigen ideellen und personellen Austausch einlädt. Nach dem zuckersüßen „Gorgeous Johnny“ hatten sich Jonathan Quinn, Jason Quever und Glenn Donaldson eher auf ihre lose verwobenen Zweit-, Dritt- oder Viertbands konzentriert, jetzt bringen sie ihre sonnenverwöhnten Popsongs wieder gemeinsam zu Gehör. „Family Crimes“ passt dabei perfekt in den Sommer: Leichte und luftige Gitarren untermalen die flüchtigen Gesangslinien Donaldsons und Quinns und erinnern an den Sunshine-Pop der 60er-Jahre. Unbeschwert und immer ein wenig psychedelisch verspult träumen sich die Stücke durch den Tag. Das lässt allerdings zuweilen Anfang und Ende einzelner Stücke verloren gehen, zu sehr ähneln sich die Melodien auf Albumlänge. So vordergründig fröhlich die Musik dabei ist, so melancholisch romantisch sind die Texte, die sich verstiegen und eigen vor allem um Liebe, Leid und Sehnsucht drehen. Ob das alles reicht, die Spannung langfristig aufrecht zu erhalten, wage ich zu bezweifeln, zum unbeschwerten Tanzen durch den Sommer reicht es aber allemal.


