Sia1000 Forms Of Fear

Erst setzte Sia Furler den „I’ll make bank writing pop songs for pop starz!“-Teil ihrer 2012er-Ankündigung um und wurde nicht nur in Vocal-Features zu einer Treibkraft der Charts, vor allem ihr auf vage Motivationstexte spezialisiertes Songwriting infiltrierte in letzter Zeit gefühlt die halbe Popwelt. Irgendwie haben sich dabei ihre und Rihannas Vocals mittlerweile zum Verwechseln nah einander angenähert, nur stopft Sia ihr Mumblecore-Röhren in jede Silbe, dass sie so überpräsent wird wie sie sich andererseits in der Albumpromotion sichtlich versteckt. Ihr Gesang alleine formt diese Songs: Tempo, Melodie, Stimmung werden von Greg Kurstins routiniert grellen Powerballaden-Arrangements nur unterstrichen, selten vertieft. Öfter als „Free The Animal“s Dynamikwechsel aus nervösem Stereopingpong und Vocalvarianzen wuchtet einem „1000 Forms Of Fear“ ihre Stimme lieber gleich halbdutzendfach wie in „Elastic Heart“ an den Kopf. Wer daran Gefallen findet, kann mitverfolgen, wie Sia zumindest stellenweise erfolgreich ein modernes Sadcore-Triumvirat mit Lana Del Rey und Lykke Li bildet, doch der öffentliche Verschwindungsakt ist interessanter eingefädelt als die Musik.

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