„Noch eine postpunkige Kopenhagener Band auf Matador?“ Das dachten sich vielleicht auch Lower und emanzipieren sich auf ihrem Debütalbum weitgehend von der rohen Haudrauf-Intensität, die Vergleiche mit ihren Freunden Iceage allzu naheliegend machten. Nach der kompromisslosen „Walk On Heads“-EP lässt „Seek Warmer Climes“ aber nur bedingt Milde walten, Adrian Toubros reimlose Textzeilen öffnen sich zwar einer weiteren Melodieführung, ohne sich jedoch dem Popdiktat der Harmonie zu unterwerfen. Druckmittel wie Trommelrollen und kantige Gitarrenhackerei setzen Lower bemessen ein, ihre Unmutsstimmung zieht subtiler unter Haut und Haar. Immer wieder kreisen ihre Songs um Körperhaltung, äußere Aufmachung und Selbstbildnis, deren Wechselwirkung mit innerer Befindlichkeit und die (Ermutigung zur) Änderung all dessen, zwar gelungen in Kontrast zur nicht gerade animationsfidelen Musik, textlich aber öftersungelenk. Mit derart geschmälertem emotionalem Kern können Songs gerade angesichts der stimmlich investierten Energien so merkwürdig hohl wirken, wenn eine tragende Melodie wie die des finalen „Arrow“ anderswo fehlt.

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