Mongol HordeMongol Horde
Die Raubzüge des Dschingis Khan sind für den Terror, den sie mit exzessiver Gewalt, Plünderung, Vergewaltigung und Versklavung von Frauen verbreiteten. Frank Turner macht daraus für sein Hardcore-Trio einen vergnüglichen Ausflug mit den Lads: “Saddling up with the boys/ And heading on out to the west […] Lock up your daughters/ You need a Mongolian mind to imagine the things that we’re planning to do to you.” Wer in letzter Zeit zuviel Punk und Hardcore um die Ohren hatte, der mit Blick auf soziale und politische Realität keine Angst hatte, vor den Kopf zu stoßen, darf sich freuen! Hier wird doch noch mal sagen gedurft, dass Emoticons was für Weicheier sind, sich über Gutmenschen und Morrissey-T-Shirt-Träger mit schwachem Händedruck empört. Irgendwie soll das wohl nicht alles so ernst gemeint sein, wenn die Texte über diskriminierte Einhörner und eine Bandwurm-Revolution absurde Züge annehmen, doch Turner ist so verkrampft und geistlos auf Humor aus, dass er auch im Vortrag nur zum drittklassigen Andy Falkous wird. Die Musik ist für den nötigen Ausgleich nicht gewichtig genug und merkwürdig ungleichmäßig produziert, oft fallen die Riffs so laut wie laff aus, dass auch die auf Refuse getrimmten Umschwünge und Breaks sie nicht aus dem Mittelmaß erheben können. Bedrohlichkeit klingt anders.


